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 hier gibt es einen kurzen Überblick über Farben.

 

Wenn man mit Farbe auf Leder arbeiten will, muss man sich zunächst fragen: "was will ich eigentlich mit der Farbe erreichen?"

Soll es wirklich farbenfroh und leuchtend werden, würde ich Acryl-Farben vorschlagen. Diese bilden einen gummiartigen Film auf dem Leder und lassen sich sehr leicht verarbeiten. Ähnlich wie Plakat- oder Abtönfarbe. Lediglich bei dunklem Leder ist die Deckkraft im Allgemeinen nicht ausreichend. Da sollten die Bereich, die bemalt werden sollen, zuerst mit ein bis zwei dünnen Schichten Weiß "grundiert" werden. Da bietet natürlich noch eine Variante an, um einzelne Bereiche hervorzuheben. Wenn man direkt auf schwarzen Leder malt, ohne zu grundieren, wirken die Farben weniger brilliant, während die Farben auf einem weißen Grund viel mehr leuchten. Das heißt, man kann die Teile, die man besonders hervorheben will, mit Weiß Grundieren, den Hintergrund aber zum Bespiel nicht. Dadurch wirkt der Hintergrund ein wenig grauer und tritt, wie man es von ihm erwarten sollte in den Hintergrund, während die brillianteren Farben, den Betrachter eher anspringen.

Neben den Acryl-Farben gibt es da auch noch welche auf Anillinbasis. Da kann ich aber nicht viel zu sagen. Ich habe nur einmal eine weiße Farbe ausprobiert. Ich wollte ein größeres Stück naturfarbenes Leder weiß färbe, dabei aber den Ledercharakter erhalten. Auf der Suche nach geeigneten Farben stieß ich auf Anillin-Einziehfarbe. Diese habe ich dann auch gleich mal ausprobiert. Und wie die nette Dame, die mir die Farbe verkauft hat, mir prophezeite blieben die meisten Pigmente auf der Oberfläche liegen. Somit war die Deckkraft entsprechend gering, aber gestunken hat das Zeug wie die Hölle. Naja, ich wollte nicht gleich aufgeben und habe das Leder mal angeschliffen, sodass die Pigmente leichter ins Leder kommen. Da ging das dann mit der Deckkraft. War allerdings nicht die günstigste Oberfläche für einen Motorradsitz; hab ihn dann in Natur gelassen. Da kann er in Ruhe dunkler werden, was mir ohnehin am besten gefällt.

Bei den anderen Farben (außer Weiß, falls man weiß als Farbe sehen will) sieht die Sache aber besser aus. Auf naturfarbenem Leder lassen sie sich gut verarbeiten, ziehen schön ein und haben eine exzellente Färbekraft. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber nach ihrer Konsistenz zu urteilen dürften sie sich auch recht gut für den Air-brush eignen.

 

Wollt ihr nun aber nicht alles quietschbunt machen, sondern eher Brauntöne und Schwarz, dann kommen Beizen und Öl-Farben in Betracht. Die Beizen können mit einem Schwamm großflächig aufgetragen werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie auch in alle kleinen Vertiefungen eingearbeitet werden. Darin sammelt sich nämlich mehr Farbe, als auf den Flächen, was dazu führt das alle tiefe Stellen dunkler werden und die Punzierung noch plastischer wirkt. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit einzelne Bereiche mit einem Finish zu schützen. Das Finish ist sowas wie ein Klarlack, der verhindert, dass die Beize in das Leder eindringt. Dadurch könnt ihr mehrere Beizen für ein Bild benutzen und farbliche Akzente setzen. Das Finish einfach auf die betreffenden Bereiche aufpinseln und gut trocknen lassen, dann mit der Beize drüber, es ist etwa damit zu vergleichen, wenn man Wachs auf ein Blatt Papier tropft und dann mit Wasserfarbe drübermalt. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten: das Finish direkt auf dem naturfarbenen Leder eingesetzt, ergibt einen starken Kontrast. Ein weniger starker entsteht, wenn man das Leder erst mit einer heller Beize bearbeitet, dann das Finish einsetzt und anschließend noch eine dunkle Beize. Man kann die Beize auf in mehreren Arbeitsgängen auftragen, um sie dunkler zu machen.

Die Ölfarben sind mir eigentlich die liebsten, da sie eine erstaunliche Färbewirkung haben und sehr schöne Farbtöne. Ich benutze sie gerne, um Highlights zu setzen. Nur noch ein Tipp: die Sache mit dem Finish funktioniert hierbei nicht, da die Ölfarben ein Lösemittel enthalten, das das Finish anlöst. So habe ich mir mal ein schönes Bild versaut.

Dann noch eine Sache zum Finish: je dicker ihr es auftragt, desto besser der Glanz. Aber: je dicker es ist, desto leichter bricht es auch. also an stark beanspruchten Sachen nicht zu dick.